Schwefel

SchwefelSchwefel ist ein seit langem vom Menschen genutztes Element. Chinesen und Ägypter nutzten um etwa 5000 v. Chr. Schwefel zum Bleichen von Textilien, als Arzneimittelund zur Desinfektion. Der Papyrus Ebers beschreibt die Verwendung von Schwefel zur Behandlung von bakteriellen Entzündungen des Auges (Trachom). Im vorklassischen Griechenland wurde Schwefel als Arzneimittel verwendet. Homer erwähnte 800 v. Chr. Schwefel bzw. die Schwefelung von Wein in der Odyssee. Und in der antiken Kriegsführung spielte Schwefel als Brandwaffe und Brandbeschleuniger eine unrühmliche Rolle.

Chemisches Zeichen S
Ordnungszahl 16
Atomgewicht 32,066
spezifisches Gewicht 2,07
Schmelzpunkt 119,0° C
Wertigkeit zwei, vier und sechswertig
Eigenschaft nichtmetallisch
Aussehen (fest) hellgelb
Vorkommen in der Erdrinde 3,40 %

Mineralstoff Schwefel

Der bei vielen als giftige und übelriechende Stoff bekannte Schwefel erfüllt im Körper lebenswichtige Funktionen. Reiner Schwefel ist nicht giftig und kann gefahrlos vom Menschen ausgeschieden werden. In der Regel ist er an Wasser- oder Sauerstoff gebunden oder kommt als organische Verbindung vor.

Ungefähr 0,2 bis 0,25% des menschlichen Körpers bestehen aus Schwefel. Besonders viel davon befindet sich in den Haaren und Nägeln, da Schwefel ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes ist. Außerdem trägt er zur Entgiftung des Körpers bei. Zusammen mit Wasser bindet er Alkohol, Nikotin, Kadmium und Arsen, wodurch sie besser ausgeschieden werden können.

Schwefel ist für die Aufrechterhaltung der Darmfunktion von signifikanter Bedeutung. In Verbindung mit Natrium als Natriumsulfat (Glaubersalz) (Na2SO4) oder in Verbindung mit Magnesium (Magnesiumsulfat (Bittersalz)) (MgSO4) regt es in Verbindung mit Wasser die Darmfunktion an.

Der auch Sulfur genannte Stoff spielt eine wichtige Rolle bei den Eiweißstoffwechselvorgängen. Er ist in mehreren Aminosäuren enthalten, wie etwa Methionin und Cystein, die für den Ab- und Aufbau der Zellen von Bedeutung sind. Cystein sorgt dafür, dass sich Strukturproteine bilden, die Haut, Haare und Bindegewebe stabil halten. Methionin wird benötigt, um Selen zu transportieren. Dieses Halbmetall schützt gegen Krankheitserreger und freie Radikale.

Schwefel ist normalerweise in ausreichender Menge in den Lebensmitteln enthalten, besonders in eiweißhaltiger Nahrung wie Eiern, Fisch, Fleisch und Nüssen.

Schwefel soll außerdem am Cholesterin-Stoffwechsel erheblich mitbeteiligt sein. Bei kurmäßigem Trinken sulfathaltiger Heilwässer wurde eine deutliche Senkung des Cholesterinspiegels beobachtet.

Schwefel im Heilwasser

In diversen Heilwässern kommt Schwefel als Sufat vor. Sulfate sind Salze oder Ester der Schwefelsäure. Ein Heilwasser, das sehr reich an Sulfat ist, ist wieder die Albertquelle aus Bad Mergentheim mit einem Sulfat – Anteil von 7494 mg pro Liter.