Stoffwechselstörungen |
Cholesterin |
| Über die Wichtigkeit und Gefährlichkeit
von Cholesterin streiten sich seit Jahren die Götter. Viele Mediziner sehen im
Cholesterin eine belanglose Fettkonzentration im Blut, die keine belastenden Eigenschaften
auf den Organismus hat. Der weitaus größere Teil der Fachwelt macht Cholesterin
mitverantwortlich für allerhand gesundheitliche Probleme. So sollen überhöhte
Cholesterinwerte mitverantwortlich für verschiedene Herzerkrankungen, vornehmlich für
den Herzinfarkt, sein. Logischerweise sollte man glauben, daß bei einem überhöhten
Cholesterinwert der Fettstoffwechsel in irgendeiner Form gestört ist. Wie weit welche Gruppe recht hat, ist für eine Beurteilung einer Heilwasser-Haustrinkkur nicht relevant. Geht man davon aus, daß im Zweifelsfall, so wie es nahezu alle Mediziner sehen, die Cholesterinkonzentration im Blut eine Obergrenze möglichst nicht übersteigen sollte, ist bei erhöhtem Cholesterinspiegel eine Trinkkur mit einem geeigneten Heilwasser vorteilhaft. Klinische und wissenschaftlich begründete Untersuchungen von Cholesterin in bezug mit Heilwassertrinkkuren sind in den letzten Jahren vermehrt zu beobachten. Leider hat das Bundesgesundheitsministerium in Berlin in den neuen Heilwassermonographien bislang keine Indikation "Fettstoffwechsel" vorgesehen. In der medizinischen Literatur gibt es bisher nur wenig Hinweise auf eine günstige Beeinflussung von Hyperlipidämien durch Heilwassertrinkkuren. Bemühungen um eine wissenschaftliche Grundlage zur weiteren Erforschung des Fettstoffwechsels sind, wie in verschiedenen Forschungsinstituten nachvollziehbar ist, nicht ganz fruchtlos geblieben. Im Forschungsinstitut für Balneologie und Kurortwissenschaft in Bad Elster ist eine Studie erarbeitet worden, die in der Zeitschrift "Ärztliche Forschung" (Ausgabe Nr. 5 vom 19. Oktober 1993) veröffentlicht wurde. Die Untersuchungsreihe war speziell auf die cholesterinsenkende Wirkung mit sulfathaltigen Heilwässern ausgerichtet. Dabei wurden 65 Patienten, die unter ischämischer Herzkrankheit und Hypercholesterinämie litten, im Rahmen eines vierwöchigen Kuraufenthaltes in zwei Gruppen aufgeteilt. Alle Patienten erhielten die gleichen physiotherapeutischen Behandlungsmaßnahmen sowie die gleiche Diät. 27 Patienten bekamen ein sulfathaltigesHeilwasser zu trinken (700 ml täglich), 38 Patienten, als Referenzgruppe vorgesehen, bildeten die "Nichttrinker". Bei der Gruppe, die mit sulfathaltigem Wasser versorgt wurden, sank der Cholesteringehalt im Blut zum Teil deutlich. Daß die Beeinflussung des Sulfates auf den Cholesterinspiegel signifikant ist, wurde durch mehrfache Kontrolluntersuchungen bestätigt. Vor allem in Bad Elster wird unter Leitung des Balneologen Dr. Karl-Ludwig Resch die Untersuchungsreihe fortgesetzt und die neuen Ergebnisse laufend aktualisiert. Die seit Beginn der Untersuchungsreihe positiven Ergebnisse bestätigen sich mehr und mehr. Dabei werden die Heilwässer nach dem Sulfatgehalt und der daraus zu erwartenden Wirkung als lipidsenkendes Heilmittel bewertet. Sicher ist, daß es vom BGA bislang keine Monographie mit der Indikation "Blutfettwert" gibt, die erforderliche Erweiterung dieser Indikation ist jedoch nur eine Frage der Zeit. Über den Mechanismus der lipidsenkenden Wirkung von Heilwassertrinkkuren ist bisher wenig bekannt. Die Ergebnisse einer Untersuchungsreihe von Chvatova (1988, Bad Elster) lassen Rückschlüsse auf eine verstärkte Metabolisierung von Cholesterin zu Gallensäure zu, doch auch eine Resorptionsbeeinträchtigung von Fetten im Dünndarm könnte in Erwägung gezogen werden. Das wurde unter anderem gestützt durch die gewichtsreduzierende Wirkung von sulfathaltigen Heilwässern. Bei der Behandlung eines überhöhten Cholesterinspiegels müssen auch Ernährungsfragen gestellt werden. Eine allgemeine Reduzierung des Fettkonsums ist dringend erforderlich. Pflanzliche Kost sollte bevorzugt werden. Deswegen muß man nicht gleich Vegetarier werden. Das Essen sollte fettarm, aber schmackhaft zubereitet werden. Der Spaß am Essen darf auch mit der veränderten Kost nicht verloren gehen. Bewegung, zum Ankurbeln des Stoffwechsels erweist sich immer, nicht nur bei erhöhtem Cholesterinspiegel, als gutes Zusatztherapeutikum. Nur als zusätzliche Unterstützung zur Therapie sollte eine Heilwassertrinkkur betrachtet werden. Es wird dringend empfohlen, bei Hypercholesterinämie unbedingt mit dem behandelten Arzt zu sprechen. Eine verordnete Diät ist auf alle Fälle einzuhalten. Geeignete Heilwässer zur Therapieunterstützung bei Hypercholesterinämie: |
Die Zuweisungen der Heilwässer zu den Anwendungen
sind nach bestem Wissen erarbeitet und dürfen nicht verändert
oder durch andere Heilwässer ersetzt werden!