Heilwasser

Bad Mergentheimer Karlsquelle

 

Der Sommer des Jahres 1826 war außerordentlich heiß, so daß die Tauber bis auf ein kleines Rinnsal austrocknete. Franz Gehring, der Schäfer des alten Johanniterhofes, weidete seine Schafe auf der rechten Tauberwiese. Die Tiere stillten ihren Durst an einer nur wenig über dem Tauberspiegel gelegenen kleinen Wasserquelle, die bisher nicht aufgefallen war. Der freie Quellaustritt war durch den ungewöhnlich niederen Wasserstand der Tauber möglich und somit für den Menschen sichtbar geworden. Schäfer Gehring kostete von dem Wasser und stellte fest, daß es salzig war. Noch am selben Tag meldete er seine Entdeckung dem Mergentheimer Rathaus. Die chemischen Analysen des württembergischen Wasserwirtschaftsamtes bestätigten, daß es sich um hochwertige Mineralquellen handelte, die einen Vergleich mit den damals schon sehr bekannten Badeorten wie Kissingen, Karlsbad oder Marienbad nicht zu scheuen brauchte. Die erste Quelle, Wilhelmsquelle genannt, wurde 1827 besser gefaßt. Durch weitere Bohrungen entdeckte man 1828 die mineralreichere und stärkere Karlsquelle. Im gleichen Jahr eröffnete die Stadt Mergentheim einen Badebetrieb und baute ein erstes Kurhotel im Badehaus. Dank seiner Quellen, seinem von Deutschen Orden und reichen Bürgern gestalteten Stadtbild und seiner Lage im lieblichen, geschichtsträchtigen Taubertal hat sich Bad Mergentheim zum größten Heilbad in Baden Württemberg und zum fünftgrößten Deutschlands entwickelt.

Das am meisten verabreichte Kurmittel in Bad Mergentheim ist die Karlsquelle. Sein Gehalt an Natriumsulfat (Glaubersalz) macht dieses Wasser zu einem hervorragenden Therapeutikum zur Behandlung von Magen- und Darmerkrankungen und von Leber- und Galleleiden. Tausende von Kurgästen trinken vor Ort dieses Heilwasser mit enormen Erfolgen. Ebensoviele Menschen bedienen sich Jahr für Jahr einer Haustrinkkur mit dem Naturheilwasser "Mergentheimer Karlsquelle". Je nach Anwendungbedarf kann die Kur als klassische 6 bis 10 Wochenkur durchgeführt werden oder als Dauerheilwasser getrunken, um drohende Rückfälle schon im Vorfeld zu vermeiden.

 
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